Security Guide

Wann ist Incident Response nötig?

Incident Response wird benötigt, sobald es Anzeichen für eine aktive oder vergangene Kompromittierung gibt. Dieser Guide hilft Ihnen zu erkennen, ob Sie sich gerade in einem echten Sicherheitsvorfall befinden – und was jetzt zählt.


Kurzentscheidung

Sehr wahrscheinlich Incident

Ransomware, verdächtige Admin-Logins, laufender Datenabfluss oder Security-Alerts.

Möglicher Incident

Unklare Alarme, kompromittierte Accounts, ungewöhnliches Systemverhalten.

Noch Prävention

Keine konkreten Hinweise, aber Sicherheitslücken oder fehlende Visibility.


Wann ist Incident Response notwendig?

Typische Auslöser
  • Ransomware oder Malware-Funde
  • auffällige Admin-Anmeldungen
  • Cloud Account Takeover
  • möglicher Datenabfluss
  • EDR / SIEM Eskalationen
  • Hinweise von Drittparteien
Merksatz

Incident Response ist nötig, sobald Sie nicht mehr sicher sagen können, was in Ihrer Umgebung passiert.


Aus der Praxis

In realen Incident-Response-Einsätzen zeigen sich immer wieder dieselben Einstiegspunkte:

  • kompromittierte M365-Accounts durch MFA-Fatigue
  • vergessene Admin-Zugänge in Test- oder Staging-Systemen
  • laterale Bewegung durch fehlende Netzwerksegmentierung
  • überprivilegierte Cloud API Tokens

In deutlich über der Hälfte der Fälle liegt der initiale Zugriff bereits mehrere Wochen zurück, bevor der Vorfall bemerkt wird.


Signale & Risiken aus realen Vorfällen

ungewöhnliche Login-Muster

plötzlich deaktivierte Security Controls

neue Admin-Accounts

verdächtige Netzwerkverbindungen

Datenzugriffe außerhalb der Geschäftszeiten

ungeklärte Systemabstürze

Oft sind diese Signale bereits Teil eines laufenden Angriffs – nur noch nicht als solcher erkannt.


Technische Indikatoren (Beispiele)

  • anomalous sign-ins in Azure AD (impossible travel, unfamiliar IP ranges)

  • verdächtige PowerShell-Ausführungen
  • LSASS-Zugriffsversuche
  • ungewöhnlicher Outbound-Traffic auf nicht standardisierten Ports

Was Incident Response leistet – und was nicht

Leistet
  • Eindämmung aktiver Angriffe
  • forensische Rekonstruktion
  • bewertbare technische Fakten
  • Grundlage für Recovery & Compliance
Leistet nicht
  • automatische Sicherheit
  • Ersatz für Monitoring
  • Business-Entscheidungen
  • juristische Beratung

Vorbereitung (falls möglich)

  • Security Alerts / Screenshots
  • betroffene Systeme oder Accounts
  • kurze Timeline
  • bereits ergriffene Maßnahmen
  • technischer Ansprechpartner
  • entscheidungsbefugte Person

Typischer Ablauf nach Ihrer Anfrage

  1. Erste technische Lageeinschätzung (30–60 Minuten)
  2. Scope-Definition
  3. Forensische Sicherung
  4. Eindämmung
  5. Ursachenanalyse
  6. Recovery-Unterstützung
  7. Abschlussbericht mit Empfehlungen

Unsere Methodik orientiert sich u.a. an:

  • NIST SP 800-61 (Incident Handling Guide)
  • MITRE ATT&CK Framework
  • ISO/IEC 27035

Entscheidungshilfe

Incident Response jetzt
  • aktive Angreiferindikatoren
  • Datenexfiltration möglich
  • kritische Systeme betroffen
  • keine klare Ursache
Noch Prävention
  • keine Anzeichen für Kompromittierung
  • nur technische Schwachstellen
  • kein Datenabfluss
  • stabile Systeme

Fazit

Incident Response beginnt nicht erst bei Ransomware.

Sie beginnt, sobald Kontrolle und Transparenz verloren gehen.

Wenn Sie nicht sicher sagen können, ob Ihre Umgebung kompromittiert ist,
ist das bereits Grund genug, Incident Response einzuleiten.


Dieser Guide wurde von Security Engineers mit praktischer Erfahrung in Cloud-, Hybrid- und On-Prem-Umgebungen erstellt. Er ersetzt keine individuelle forensische Analyse oder rechtliche Beratung.


Nächster Schritt

Ihre Anfrage landet direkt bei einem Incident Responder – nicht im Vertrieb.
Sie erhalten eine erste technische Einschätzung innerhalb weniger Stunden.

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